Organisationsmodelle schulischer Beratung

Beispiel 1 - Zeitliche Entlastung durch externe Akteure
Im Zusammenhang mit einem Projekt arbeiten externe Akteure (z.B. Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Partnerunternehmen) mit Gruppen von Schülerinnen und Schülern in der Schule. Eine Lehrerin oder ein Lehrer steht seitens der Schule als Ansprechpartner zur Verfügung, muss aber nicht Aufsicht führen. Dadurch entsteht zeitlicher Spielraum für Lehrerinnen und Lehrer, mit einzelnen Schülerinnen und Schülern Beratungsgespräche zu führen.

Beispiel 2 – Freistellung während des Unterrichts
Die Unterrichtsgestaltung ermöglicht zu bestimmten Themen größere Lerngruppen (z.B. klassen-übergreifende Gruppen). Die dadurch entstehenden Freiräume nutzen Lehrerinnen und Lehrer für Beratungsgespräche.

Beispiel 3 – Schülersprechtag und Elternsprechtag verknüpfen
Zum Elternsprechtag werden sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Eltern bestimmter Jahrgangsstufen gezielt eingeladen. Dabei ist darauf zu achten, dass sie nicht den Eindruck haben, „an Stelle“ ihrer Eltern kommen zu müssen, sondern dass es sich um ihr persönliches Beratungsgespräch handelt. Sie können ihre Eltern zu den Beratungsgesprächen hinzuziehen. Die Akzeptanz dieses Modells ist bei Schülerinnen und Schülern in der Regel sehr hoch. Selbstverständlich darf der vorhandene Informations- und Beratungsbedarf der Eltern dadurch nicht berührt werden.

Beispiel 4 – Tutorenmodell
Schülerinnen und Schüler in Jahrgangsstufen, die sich in der intensiven Phase der Berufsorientierung befinden (z.B. Jahrgangsstufen 9 und 10), können sich aus dem gesamten Lehrerkollegium für diesen Zeitraum eine Tutorin bzw. einen Tutor auswählen, die bzw. der mit ihnen ein Beratungsgespräch pro Halbjahr führt. Die Zahl der zu begleitenden Schülerinnen und Schüler ist je Lehrerin bzw. Lehrer analog zum Stellenumfang begrenzt. Lehrerinnen und Lehrer sollten in der Rolle der Beraterin bzw. des Beraters ihre Schweigepflicht beachten und Fragen der Leistungsbeurteilung aus diesen Gesprächen heraushalten.

 

 

 

Best practice Beispiel „Schulische Beratung an Gymnasien“ (Wuppertal): 
Mentorenmodell zur Beratung der Schülerinnen und Schüler in Jg. 8 und 9
Alle Schüler/innen der Jahrgangsstufe 8 werden sämtlichen in dieser Stufe unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern zugeteilt (Beispiel: 82 Schüler/25 Lehrer, die in der Stufe 8 unterrichten --> jede/r Lehrer/in betreut 3 bis 4 Schüler/innen). Die Aufgabe der Mentorinnen und Mentoren ist es, den Prozess der Selbstreflexion bzgl. der Berufsorientierung in den Jahrgangsstufen 8 und 9 zu begleiten. Jede/r Mentor/in führt in Jahrgangsstufe 8 zwei Gespräche mit „seinen“ Schüler/innen. Zur Vorbereitung erhalten die Lehrer/innen und Schüler/innen Laufzettel (mögliche Strukturierung/mögliche Fragen).

1. Gespräch: evtl. Gruppengespräch nach PA mit zu betreuenden Schüler/innen ?
Reflexion der PA, Blick auf Berufsfelderkundung, Perspektiven, Pläne und Wünsche der Schüler/innen ? Protokollierung des Gesprächs durch Schüler/innen/Vordruck Berufswahlpass Gespräch findet während der Unterrichtszeit statt (Vertretung des Lehrers durch Kollegen --> keine Mehrarbeit für Mentoren, Verteilung der Belastung auf gesamtes Kollegium)

2. Gespräch: Einzelgespräche im Rahmen des Schülersprechtages ?
am Ende des Gesprächs: Vereinbarung treffen (keine Anschlussvereinbarung) ?
Protokollierung im Berufswahlpass
Die halbjährlichen Gespräche werden in Klasse 9 fortgesetzt.